KHS Marktbericht Immobilien Paris 2007 im Magazin “CONTACT”

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Der KHS Marktbericht 2007 wird im offiziellen Magazin der “deutsch- französischen Industrie- und Handelskammer” veröffentlicht

Ausgabe Mai/ Juni 2007

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Aktuelle Tendenzen am Pariser Immobilienmarkt

Der Pariser Immobilienmarkt befindet sich im Frühjahr 2007 trotz einer durch die Wahlen bedingten Schwächephase weiterhin in guter Verfassung. Diese Einschätzung bestätigte die Pariser Notarskammer auf ihrer Pressekonferenz vom 3. April 2007. Demnach stieg das Preisniveau für freistehende Altbauwohnungen in Paris im Jahresverlauf 2006 um weitere 9.9% und als durchschnittlicher Quadratmeterpreis wurde 5.772 € im 4. Quartal ermittelt. Nachdem der Durchschnittspreis im 4. Quartal 2000 noch 19.221 FRF/ 2.930,22 € pro Quadratmeter betrug, steigerten sich die Preise damit seither um fast 97%. Die Notare betonten aber auch, dass sowohl die Preiszuwächse als auch das Verkaufsvolumen sich zum Jahresende 2006 etwas abschwächten.

Dem Bericht zufolge war das 6. Arrondissement ( die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf das 4. Quartal 2006) um „Saint Germain- des- Prés“ mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 8.586 €/m² erneut das Teuerste der Stadt, gefolgt vom 7. Arrondissement ( „Musée d’Orsay“, – „Invalides“ – „Eiffelturm“) mit 8.307 €/m² und dem südlichen Marais ( 4.Arrondissement) mit 7.951 €/m².

Die günstigsten Viertel liegen im Nordosten: der Quadratmeter kostete im 19. Arrondissement um „la Villette“ durchschnittlich 4.571 €/m² und im 20. Arrondissement 4.774 €/m².

Nichtsdestoweniger möchte ich aber darauf hinweisen, dass die Zahlen der Notarskammer Durchschnittswerte sind und wenig Auskunft geben über die Preisniveaus auf den unzähligen Mikromärkten. Generell liegen die Preise für Appartements guter Qualität in den attraktiven Zentrumslagen in etwa in einer Marge zwischen 7.500€ und 11.000 € pro Quadratmeter. Spitzenobjekte in Prestigelagen, wie etwa der „Avenue Montaigne“, dem „Place Furstemberg“ oder der „Rue Guynemer“, erzielen Werte zwischen 15.000 €/ m² und gelegentlich über 20.000 €/m²

Bezüglich der weiteren Entwicklung des Pariser Immobilienmarktes wird in Fachkreisen lebhaft diskutiert: Die Statistiker betonen, dass es in Frankreich, wie in anderen Länder auch, eine starke Tendenz zu immer kleineren Haushalten gibt, was in der Folge dazu führt, dass die Nachfrage nach kleineren Wohneinheiten zunimmt. In Bezug auf die Preisentwicklung weisen die Pessimisten darauf hin, dass diese seit 1997/98 steigen, dass die Kaufkraft der Haushalte wegen höher werdenden Zinsen abnehme und dass die Einkommen in den vergangenen Jahren weniger stark zunahmen als die Immobilienpreise.

Andererseits aber besteht generell Wohnungsknappheit, da die hohe Attraktivität der Stadt weiterhin viele Menschen anzieht und die Bevölkerung im Grossraum Paris stärker wächst, als Neubauten geschaffen werden. Auch der neu gewählte Staatspräsident Nicolas Sarkozy wird mit seinem explizit erklärten Ziel, die Eigentümerquote zu erhöhen ( er bezieht sich auf die Tatsache, dass in Frankreich verhältnismässig viele Wohnungen von Mietern und nicht von Eigentümers bewohnt sind), dem Markt wohl Impulse geben.

Die unzähligen Auguren, die in den vergangenen Jahren immer wieder Zusammenbrüche des Pariser Immobilienmarktes vorausgesagt haben, sind in der Folge immer wieder von der Robustheit des Marktes widerlegt worden, so dass in den Fachzeitschriften heute die meisten Experten die Auffassung vertreten, dass der Markt sich auf hohem Niveau mehr oder weniger stabilisieren wird.